Die besten Wettanbieter mit Asian Handicap 2026
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Ein Handicap gleicht Stärkeunterschiede aus, indem dem Außenseiter ein virtueller Vorsprung gutgeschrieben wird. Was bleibt, ist ein Zweiweg-Markt ohne klassisches Remis – und genau darin liegt der Reiz für Wettende, die nicht auf das Unentschieden tippen wollen. Wer in Deutschland auf Asian Handicap wetten möchte, ist an die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gebunden; nur dort gelistete Anbieter dürfen solche Märkte legal anbieten. Die folgende Übersicht ordnet zehn lizenzierte Buchmacher nach Handicap-Tiefe, Quoten und Live-Funktionen und erklärt die Mechanik der ganzen, halben und Viertel-Handicaps. Stand der Daten: October 17, 2026. Angaben basieren auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Stand der Lizenzprüfung gegen die GGL-Whitelist: 02.10.2026. Stand der Daten: October 17, 2026. Angaben basieren auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Was Asian Handicap ausmacht und warum es den Markt verändert
Beim Asiatischen Handicap startet eine Partei mit einer fiktiven Wertung, die zum tatsächlichen Endergebnis addiert wird. Der Wettmarkt gilt als hauptsächlich bei Fußballwetten verbreitet und als in Asien entwickelt. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Dreiweg-Wette: Weil das Handicap einen möglichen Gleichstand nach Addition herausrechnet, gibt es nur noch zwei Ausgänge – Sieg A oder Sieg B. Das verschiebt das Verhältnis zwischen Quote und Wahrscheinlichkeit und reduziert für Wettende das Risiko, am Remis zu scheitern.

Drei Varianten prägen das Angebot. Ganze Handicaps wie -1 oder +2 erlauben eine Rückerstattung des Einsatzes, wenn sich nach Addition ein Unentschieden ergibt; gewinnt Team A mit einem Handicap von -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück. Halbe Handicaps wie +0,5, +1,5 oder -0,5 kennen keine Rückerstattung bei Unentschieden, weil bei ihnen immer eine Seite gewinnt. Viertel-Handicaps wiederum spalten den Einsatz in zwei Teilwetten auf benachbarte Handicap-Linien – ein +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 € Einsatz also je 50 €.
Diese Aufteilung erklärt, warum Viertel-Handicaps strategisch beliebt sind: Sie erlauben eine feinere Justierung, indem sie das Verhalten an einer einzelnen Linie zwischen zwei Nachbar-Handicaps aufteilen. Wer 100 € auf +0,25 setzt, gewinnt bei einem Sieg der Mannschaft den vollen Gewinn, erhält bei einem Unentschieden die Hälfte des Einsatzes zurück und verliert bei einer Niederlage die Hälfte. Aus 100 € werden so 50 € auf „0“ (Rückerstattung) und 50 € auf „+0,5“ (Verlust) – oder entsprechend umgekehrt bei einem Sieg.
Die Rechnung hinter dem Markt ist dabei schlicht: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂) ergibt die Auszahlungsquote – den Anteil der Einsätze, den der Markt im Schnitt zurückzahlt – und 100 % minus diesen Wert ist die Marge des Buchmachers. Bei einem Zweiweg-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 94,7 % und eine Marge von ungefähr 5,3 %, die der Buchmacher aus jedem eingesetzten Euro einbehält. Diese Spanne ist das, was den Handicap-Markt für Wettende teurer macht, als die Quote auf den ersten Blick vermuten lässt.
Asian Handicap live verstehen: Restzeit und deutscher Sonderfall
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit, der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0. Das verändert das Timing: Wer während eines Spiels auf ein negatives Handicap setzt, wettet darauf, dass die gewählte Mannschaft ab diesem Moment noch eine bestimmte Anzahl Tore mehr erzielt als die andere – nicht auf das Gesamtergebnis.
In Deutschland schränkt die GGL die Livewetten darüber hinaus ein. Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf bestimmte Teilereignisse gewettet werden, etwa das nächste Tor oder den nächsten Satz – erlaubt in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind nicht zulässig. Hinzu kommt der Ausschluss von Events mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren: Fußball unterhalb der 3. Liga gilt als Amateurbereich und ist nach GGL-Praxis vom Livewetten-Programm ausgeschlossen. Für Handicap-Wetten heißt das: Das vor dem Spiel verfügbare Marktangebot ist im Zweifel breiter als das, was live noch zur Verfügung steht.
Ein Spiel, das 1:0 steht und ein Handicap von -0,5 bietet, ist somit rechnerisch ein Wettmarkt auf den Ausgang 0,5:0 – also eine Frage, ob die führende Mannschaft in der Restzeit noch mindestens ein Tor erzielt oder nicht. Wer das Angebot eines Buchmachers für eine laufende Partie prüft, sieht daran rasch, ob der Anbieter die erlaubten Teilereignisse umsetzt oder über das Erlaubte hinaus anbietet.
Die zehn lizenzierten Wettanbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach Whitelist-Status und Erlaubnisdatum. Sie bildet die formale Voraussetzung ab, bevor Quoten, Handicap-Tiefe und Live-Funktionen ins Spiel kommen.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status | Inhaber der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| LeoVegas | Whitelist (Sportwetten) | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| NEO.bet | Whitelist (Sportwetten) | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| VBet | Whitelist (Sportwetten) | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Tipico | Whitelist (Sportwetten) | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Betano | Whitelist (Sportwetten) | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| AdmiralBet | Whitelist (Sportwetten) | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | Whitelist (Sportwetten) | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist (Sportwetten) | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Whitelist (Sportwetten) | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Tipwin | Whitelist (Sportwetten) | Tipwin Limited | 09.10.2020 |
Die Erlaubnis-Daten stammen ausschließlich aus der GGL-Whitelist (Stand 02.10.2026). Eine Erlaubnis wird auf fünf Jahre erteilt; die Liste weist nur das Ausstellungsdatum aus, kein Enddatum. Ob eine Erlaubnis noch gültig ist, prüft der Blick auf die aktuelle Liste – nicht die Tabelle eines Anbieters.
LeoVegas
LeoVegas tritt in Deutschland als LeoVegas auf, betrieben von der LVSports Limited. Die Whitelist führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024 – einer der jüngeren Einträge im Verzeichnis. Das Angebot konzentriert sich auf das klassische Sportwetten-Programm; ob und in welcher Tiefe Asian-Handicap-Linien angeboten werden, lässt sich erst am Wettprogramm selbst ablesen, da die Whitelist dazu keine Auskunft gibt.
NEO.bet
NEO.bet gehört zur Greenvest Betting Limited und ist seit 09.10.2020 auf der Whitelist. Die App-Funktionen umfassen laut eigener Beschreibung Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout – ein Funktionsumfang, der für Handicap-Wetten auf den ersten Match sinnvoll ist, weil damit auch Teilgewinne vor dem Abpfiff abgeholt werden können. Eine Aussage zur konkreten Tiefe der Handicap-Linien trägt die Whitelist nicht; sie zeigt nur, dass der Anbieter überhaupt Sportwetten anbieten darf.
VBet
VBet wird von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betrieben; die Whitelist weist die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 05.12.2023 aus. Außer der Lizenz trägt die Seite für Handicap-Wetten vor allem eine offene Frage: Welche Fußball-Ligen mit welcher Tiefe an Handicap-Linien angeboten werden, ist nicht über die Whitelist, sondern nur über das eigene Wettprogramm zu klären. Für Wettende, die gezielt Viertel-Handicaps suchen, führt an einem Blick ins Programm kein Weg vorbei.
Tipico
Tipico ist einer der ersten Einträge auf der Whitelist: Die Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 09.12.2022. Die Tipico Co. Limited mit Sitz in San Ġiljan, Malta, betreibt die Plattform Tipico. Vor dem BGH verhandelt derzeit eine Rückforderungsklage über mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018; der BGH legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Generalanwalt des EuGH hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – eine offene Frage, die Tipico betrifft, aber nicht auf den Tagesbetrieb der aktuellen Plattform durchschlägt.
Betano
Betano gehört zur Betkick Sportsbetting Limited; die Whitelist führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021 mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Die App-Beschreibung nennt einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Für Handicap-Wetten bedeutet das: Wer sein Handicap mit weiteren Märkten aus demselben Spiel kombinieren oder bei Bedarf vorzeitig aussteigen möchte, findet hier den entsprechenden Werkzeugkasten.
AdmiralBet
AdmiralBet wird von der Greentube Betting Malta Limited betrieben, die Whitelist weist eine Erlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024 aus. Auf der eigenen Hilfeseite beschreibt AdmiralBet Viertel-Handicaps mit einer Aufteilung des Einsatzes zu jeweils 50 Prozent auf die beiden umliegenden Handicaps; bei +0,75 liegen also 50 Prozent auf +1 und 50 Prozent auf +0,5. Wer die Mechanik eines Viertel-Handicap nachlesen will, findet hier eine konkrete Erklärung im Hilfetext – nicht nur den Hinweis, dass es sie gibt.
bet365
bet365 tritt in Deutschland als bet365 auf, betrieben von der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die Erlaubnis besteht laut GGL-Daten seit dem 09.10.2020; die Folgeerlaubnis datiert vom 27.12.2022. Die Plattform bietet einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten. Wie immer bei Boosts: Was als „Gewinn-Boost“ beworben wird, ist eine Marketing-Aufladung; die Mechanik dahinter ist eine quotenabhängige Erhöhung des Auszahlungsbetrags – kein Geschenk, sondern ein Aufschlag, der an die Zahl der Auswahlen gekoppelt ist.
bpremium
bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben; laut GGL-Daten besteht die Erlaubnis seit dem 09.10.2020, ergänzt durch eine Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Die Nutzungsbedingungen nennen für Bonusgewinne aus Sportwetten ein Fünffaches des Bonusbetrags und ein Fünffaches der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7, bevor ausgezahlt werden kann; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Eine Vorgabe, die für Handicap-Wetten dann relevant wird, wenn Bonusgewinne aus einer Handicap-Wette stammen – die Mindestquote 1,7 schließt stark negative und stark positive Handicaps mit extremen Quoten aus.
Sportingbet
Sportingbet gehört zur Sportingbet (Deutschland) Limited; die Whitelist weist die Erlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022 aus. In den Wettregeln nennt Sportingbet eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 Rennwett- und Lotteriegesetz; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % vom Bruttogewinn ein – die statutarische Wettsteuer, die der Anbieter offen ausweist. Für Wettende heißt das: Bei einem Gewinn ist die Quote, die sie sehen, nicht die Quote, die ausgezahlt wird.
Tipwin
Tipwin wird von der Tipwin Limited betrieben; die Whitelist weist die Erlaubnis seit dem 09.10.2020 mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024 aus. Der Sportwetten-Willkommensbonus verdoppelt die Einzahlung bis 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und es zählen nur Scheine mit einer Mindestquote von 1,80. Eine Quote von 1,80 ist ein gängiger Schwellenwert für Bonusumsatz – niedrig genug, um nicht alle Handicap-Linien auszuschließen, hoch genug, um extreme Außenseiter-Quoten herauszufiltern.
Rechtslage: Was in Deutschland erlaubt ist und was nicht
Erlaubt sind Handicap-Wetten nur bei Anbietern mit GGL-Erlaubnis. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige Test einer Lizenz; sie führte zum Stand 02.10.2026 30 Einträge – 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, drei weitere nur Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain; eine .de-Domain allein beweist allerdings noch keine Erlaubnis.

Was darf gewettet werden
Der GlüStV 2021 regelt in § 21, was das Wettprogramm umfasst: erlaubt sind Einzel- und Kombinationswetten auf das Ergebnis eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse im Ereignis – und zwar nur soweit die GGL das Wettprogramm freigegeben hat. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht zulässig.
E-Sports-Betten sind in Deutschland ausgeschlossen. Die GGL stellt klar, dass E-Sports nicht als Sport anerkannt ist – eine deutsche Lizenz für E-Sports-Wetten existiert nicht. Virtuelle Sportwetten sind rechtlich ebenfalls nicht etabliert; wer dort aktiv ist, bewegt sich außerhalb des Erlaubten.
Wie die Wettsteuer wirkt
Die Sportwettensteuer nach §§ 16–25 Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – rechnerisch rund 5,03 % des gezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie ein Anbieter die Steuer an seine Kunden weiterreicht, ist seine Entscheidung – ODDSET etwa behält 5 % vom Bruttogewinn ein, Sportingbet spricht von 5 % des Wetteinsatzes. Beide Modelle senken den effektiven Gewinn des Wettenden; was am Ende übrig bleibt, hängt vom gewählten Anbieter ab. Steuerliche Verlustzuordnung auf Anbieter mit Lizenz bedeutet nicht, dass Anbieter ohne Lizenz steuerfrei wären – die Steuer greift auch dort, zahlen ist allerdings kein Beleg für eine Erlaubnis.
Werbung, Boni und der Offshore-Rand
Werbung für Glücksspiel ist nach § 5 Abs. 7 nur den Erlaubnisinhabern gestattet. Der Werbezeit-Bann zwischen 06:00 und 21:00 Uhr betrifft Slots, Online-Poker und Online-Casino – nicht den Sportwetten-Bereich. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung des betroffenen Ereignisses im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen oder Funktionären, keineAffiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Der GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig deckelt – die Vorgaben kommen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis – ob mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta – sind in Deutschland nicht erlaubt. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Bedeutung. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig vor illegalen Angeboten wie etwa Platincasino. Wer bei einem solchen Anbieter wettet, hat keinen Zugang zum OASIS-Sperrsystem, keine Beteiligung an der LUGAS-Limitdatei, und im Streitfall keine deutsche gerichtliche Handhabe – ein Aspekt, der umso schwerer wiegt, als die Frage, ob Einsätze aus unverantwortlich gebotenen Wetten zurückgefordert werden können, derzeit vor dem EuGH liegt.
Spielerschutz: Was auch bei Handicap-Wetten gilt
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Eine Kontoverifizierung ist Pflicht, ein Konto pro Anbieter; vor der Verifizierung darf maximal 72 Stunden mit einem 100-€-Einzahlungslimit gespielt werden, Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Das gemeinsame Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, verwaltet über die LUGAS-Limitdatei. Die Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen – eine Schutzklausel, die Spontanentscheidungen ausbremst.
Parallel-Spiel ist nach § 6h verboten – die Aktivitätsdatei verhindert, dass ein Konto bei mehreren Anbietern gleichzeitig aktiv ist. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 setzt sofort eine 24-Stunden-Sperre – die kürzeste und unmittelbarste aller Schutzmaßnahmen.
Bei Handicap-Wetten ist das Schutzsystem voll anwendbar. Die scheinbare Sicherheit knapper Handicaps ändert daran nichts: Auch ein Handicap von -0,25 ist eine Wette um Geld, mit eigenem Risiko und eigenen Verlusten. Wer die Rechenmechanik versteht, kann die Quoten besser einordnen – Schutz vor Überlastung des eigenen Budgets entsteht dadurch nicht.
Wie sich Marge und Steuer auf die Quote auswirken
Bei einem ausgeglichenen Zweiweg-Markt, etwa einem ganzen Handicap wie -1 oder einer Außenseiter-Wette mit +1,5, liegen beide Quoten oft nahe beieinander. Nehmen beide Seiten 1,90, ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,947 oder 94,7 %. Die Marge liegt damit bei rund 5,3 %. Jeder Euro, den Wettende setzen, fließt zu etwa 95 Cent zurück; die restlichen etwa 5 Cent behält der Anbieter als Vorteil ein.
Diese Spanne ist das, was unter „fairer Quote“ mitgemeint ist. Eine Quote von 1,90 wirkt auf den ersten Blick knapp unter 2,0 – der faire Wert, ab dem Wettende langfristig schwarze Zahlen schreiben. Der Markt ist hier aber kein Indikator für die Chance, sondern ein Markt mit eingebautem Hausvorteil: Die tatsächliche Auszahlung liegt im Schnitt bei rund 95 Cent pro eingesetztem Euro.
In Deutschland kommt auf Gewinne die Wettsteuer, die einige Anbieter offen ausweisen und die deshalb zusätzlich auf den Bruttogewinn zugreift. Bei einer Quote von 1,90 und einem Bruttogewinn von 90 € auf 100 € Einsatz reduziert ein 5-%-Abschlag den Nettogewinn auf 85,50 €. Der effektive Wert der Wette sinkt dadurch weiter – ohne dass sich die angezeigte Quote ändert. Genau das ist der Sinn der Steuer: Sie schmälert den erwarteten Ertrag, ohne den Wettenden die Möglichkeit zu nehmen, weiter zu spielen.
Wer Quoten vergleicht, sieht also nicht eine Zahl, sondern zwei Schichten – die vom Buchmacher eingebaute Marge, und die obendraufgesetzte Steuer. Bei einem Vergleich zwischen Anbietern zählt der kombinierte Effekt, nicht die Quote allein.
Häufige Fragen zu Asian Handicap in Deutschland
Was sind Asian-Handicap-Wetten, und wie unterscheiden sie sich von der klassischen Dreiweg-Wette?
Ein Asian Handicap weist einer Partei einen virtuellen Vorsprung oder Rückstand zu, der zum tatsächlichen Ergebnis addiert wird. Im Unterschied zur klassischen Dreiweg-Wette entfällt das Unentschieden – es gibt nur noch zwei Ausgänge. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis zwischen Quote und Wahrscheinlichkeit, und die Variante „Unentschieden“ scheidet als eigenständiger Tipp aus.
Wie funktioniert ein Viertel-Handicap, und wie wird der Einsatz dabei aufgeteilt?
Ein Viertel-Handicap teilt den Einsatz auf zwei benachbarte Handicap-Linien auf. Bei +0,25 etwa liegen 50 % auf „0“ und 50 % auf „+0,5“; bei 100 € Einsatz bedeutet das jeweils 50 € pro Linie. So entsteht eine feinere Abstufung zwischen zwei klaren Handicaps.
Wann wird der Einsatz bei einem ganzen Handicap zurückerstattet?
Bei einem ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A mit -1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht zurück. Bei halben Handicaps ist eine Rückerstattung ausgeschlossen.
Wie ist ein Handicap bei Livewetten zu verstehen, und was gilt in Deutschland für Wetten während eines laufenden Spiels?
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist auf die Restspielzeit, der Spielstand bei Wettabgabe gilt als 0:0. In Deutschland sind Live-Wetten während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf bestimmte Teilereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz zulässig – auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball dagegen nicht.
Bei welchen Wettanbietern mit deutscher Erlaubnis gibt es Handicap-Wetten, und wie lässt sich das über die GGL-Whitelist prüfen?
Ob ein Wettanbieter Handicap-Wetten anbietet, hängt von seinem Wettprogramm ab; die Whitelist klärt nur die Erlaubnis, nicht die Tiefe der Handicap-Linien. Sie ist unter glücksspiel-behoerde.de abrufbar; jede dort gelistete .de-Domain besitzt zum Stand des Abrufs eine gültige Sportwetten-Erlaubnis der GGL.
Wie wirken Marge und Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Quoten eines Handicaps?
Die Marge ist im Quotenniveau eingebaut. Bei einem Zweiweg-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 94,7 % und eine Marge von etwa 5,3 %. Die Wettsteuer wird je nach Anbieter zusätzlich ausgewiesen und schmälert bei manchen Anbietern den Bruttogewinn; in jedem Fall senkt sie den effektiven Ertrag der Wette.
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