Android-Sportwetten-Apps im Vergleich: Welche lizenzierten Anbieter 2026 auf dem Touchscreen überzeugen
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Stand: October 17, 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Wer unterwegs wetten will, landet schnell im Google Play Store. Eine App dort zu finden heißt aber noch nicht, dass der Anbieter in Deutschland Sportwetten veranstalten darf. Das entscheidet allein die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Bedienung auf dem Touchscreen, der Wettschein im Hochformat und eine Cash-Out-Schaltfläche entscheiden, wie gut eine App im Alltag funktioniert, die Regeln zu Einzahlungslimit, OASIS und Live-Wetten gelten in der App genauso wie im Browser.
Was eine Sportwetten-App auf Android leisten muss
Eine Sportwetten-App ist mehr als ein verkleinertes Browserfenster. Die wichtigsten Bedienflächen passen sich an den Touchscreen an: Wettmärkte werden per Fingertipp auf- und zugeklappt, der Wettschein liegt oft am unteren Bildschirmrand, und Live-Quoten aktualisieren sich ohne Neuladen. Wer in der App wettet, nutzt dasselbe Konto, dieselben Limits und dasselbe Guthaben wie auf der Desktop-Seite; Limits, Sperren und Spielerverifizierung sind beim Anbieter gespeichert, nicht im Gerät.

Die meisten lizenzierten Anbieter stellen zwei Wege zur App bereit. Entweder lässt sie sich direkt über den Google Play Store installieren, oder der Anbieter verweist auf eine Download-Seite im eigenen Hilfebereich, falls die App aus lizenzrechtlichen Gründen nicht im Store liegt. Beide Wege führen zur selben App mit demselben Funktionsumfang; ein „Android-APK aus dem Browser“ oder eine Bezugsquelle jenseits des Play Stores ist kein Zeichen für eine Sonderfunktion, sondern meist ein Hinweis darauf, dass die App regional nicht im Store verfügbar ist.
Die Funktionen, die auf dem Smartphone den Unterschied machen, sind überschaubar: eine flüssige Suche nach Ligen und Events, ein Wettschein, der auch größere Kombinationen verständlich darstellt, ein Live-Bereich mit aktuellen Quoten, ein Cash-Out-Knopf für laufende Wetten und gegebenenfalls Live-Streams ausgewählter Spiele. Was eine App davon tatsächlich bietet, hängt vom Anbieter ab, und genau hier trennt sich der Markt.
Die Rechtslage: GGL-Whitelist schlägt Play Store
In Deutschland darf Sportwetten im Internet nur anbieten, wer eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 regelt das in § 9a; die Aufsicht liegt bei der GGL in Halle (Saale). Die Erlaubnis wird nicht im Play Store vergeben und auch nicht durch die Google-Richtlinien ersetzt. Wer wissen will, ob ein Anbieter legal in Deutschland tätig ist, prüft die Whitelist der GGL.

Die Whitelist ist eine amtliche Liste, die jeder prüfen kann. Sie führt Domain, Inhaber und das Datum der Erlaubnis. Stand der Liste: 2. Oktober 2026. Sie enthält 30 Einträge; 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten veranstalten dürfen. Alle gelisteten Domains enden auf .de, aber ein .de-Auftritt allein beweist noch keine Erlaubnis. Auch eine App im Google Play Store kann zu einem Anbieter gehören, der keine deutsche Erlaubnis hat. Die GGL warnt regelmäßig vor solchen Angeboten.
Die erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, die Whitelist zeigt aber nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum. Folgeerlaubnisse werden aufgenommen, wenn sie ausgestellt sind. Für die Beurteilung einer App reicht der Blick auf den Eintrag: Steht der Inhaber mit der passenden Domain und einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist, ist der Anbieter für deutsche Spielende legal erreichbar. Fehlt der Eintrag, fehlt die Erlaubnis. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Bedeutung.
Spielerschutz in der App: OASIS, Einzahlungslimit und Panikbutton
Wetten per Smartphone ist jederzeit möglich, und genau deshalb zählen die Schutzmechanismen unterwegs besonders. Drei Bausteine prägen den Alltag: das Einzahlungslimit, die Sperrdatei OASIS und der Panikbutton. Sie greifen unabhängig davon, ob die Wette am heimischen Rechner oder unterwegs per App abgegeben wird.
Das Einzahlungslimit liegt nach § 6c GlüStV standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass die Summe eingehalten wird, auch wenn jemand bei mehreren Anbietern spielt. Eine Heraufsetzung ist nur mit nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, eine einfache Selbsterklärung reicht nicht. Ein Anbieter darf das Limit für einzelne Spielende auf bis zu 10.000 € anheben, der Bereich zwischen 10.000 € und 30.000 € bleibt höchstens einem Prozent der aktiven Spielenden vorbehalten. Senkungen gelten sofort, Anhebungen erst nach sieben Tagen.
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei. Sie wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, kann sich nicht neu anmelden, auch nicht bei einem anderen Anbieter. Der Panikbutton löst eine Sofortsperre von 24 Stunden aus, danach muss der Spieler entscheiden, ob er die Sperre ausweitet. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, ihre Schutzmechanismen beschränken sich auf das, was der Anbieter selbst vorsieht.
Vor der vollständigen Verifizierung eines Kontos darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen zulassen. Wer in dieser Phase spielt, sollte wissen, dass die Verifizierung noch aussteht und die Auszahlung erst nach Abschluss erfolgt. Die Verifizierung verlangt einen Ausweis und einen Adressnachweis, sie gehört zum Standard, nicht zur Schikane.
Sportwettensteuer: 5,3 % zahlt der Anbieter, nicht der Spielende
Die Sportwettensteuer ist im Rennwett- und Lotteriengesetz geregelt, §§ 16 bis 25. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das entspricht rund 5,03 % des eingesetzten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Spielende. Das bedeutet: Ob die Steuer an den Spielenden weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst, und genau hier unterscheiden sich die Apps.
Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, der effektive Einsatz sinkt also um den Steueranteil. Andere Anbieter verrechnen die Steuer mit dem Gewinn, und wieder andere tragen sie selbst und werben damit. Ein Vergleich der Anbieter muss diesen Punkt mitdenken, denn 5 % vom Einsatz sind auf Dauer kein Kleinkram. Die Steuer wird unabhängig von der Lizenz fällig, ein Anbieter, der die Steuer ordentlich abführt, ist deshalb noch kein lizenzierter Anbieter, und umgekehrt.
Einordnung der zehn lizenzierten Anbieter
Die folgende Übersicht stellt zehn Anbieter nebeneinander, die auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden, Stand 2. Oktober 2026. Sortiert nach dem Datum der Ersterlaubnis, vom ältesten bis zum jüngsten Eintrag. Welche App auf dem eigenen Android-Gerät am besten passt, hängt vom eigenen Wettverhalten ab: Wer viel live wettet, achtet auf Cash-Out und Livestreams, wer Kombiwetten schätzt, auf den Wettschein, wer unterwegs schnell einzahlen will, auf die Zahlungswege.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Whitelist-Eintrag, Inhaber Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| Interwetten | Whitelist-Eintrag, Inhaber Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| Betway | Whitelist-Eintrag, Inhaber Betway Limited | 09.03.2021 |
| MERKUR BETS | Whitelist-Eintrag, Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| bwin | Whitelist-Eintrag, Inhaber bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag, Inhaber NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| LeoVegas | Whitelist-Eintrag, Inhaber LVSports Limited | 21.10.2024 |
| 888sport | Whitelist-Eintrag, Inhaber 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| bpremium | Whitelist-Eintrag, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist-Eintrag, Inhaber Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Dass ein Anbieter oben steht, ist kein Urteil über die App. AdmiralBet, bwin, bpremium und NEO.bet haben ihre Ersterlaubnis am selben Tag erhalten, im Oktober 2020. Wer zwischen diesen vier wählt, entscheidet nach App-Bedienung, Wettprogramm und Zahlungswegen, nicht nach dem Whitelist-Datum. Die jüngeren Einträge zeigen nur, dass die Erlaubnis später erteilt wurde, was bei einem dynamischen Markt keine Aussage über die Qualität der App ist.
AdmiralBet
AdmiralBet steht mit der Greentube Betting Malta Limited als Inhaberin auf der Whitelist, die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 09.10.2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 29.07.2024. Der Anbieter führt neben dem Sportwetten-Angebot auch eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de, was bei der App-Nutzung insofern relevant wird, als Casino- und Sportwetten-Bereich in derselben Anwendung zusammengeführt sein können. Für Spielende, die beides trennen wollen, lohnt ein Blick auf die App-Struktur.
Interwetten
Interwetten gehört seit dem 02.11.2020 zur Whitelist, Inhaberin ist die Interwetten Gaming Limited. Die App-Beschreibung hebt Cash-Out sowie Top-Quoten für Live- und Pre-Game-Wetten hervor. Interwetten ist ein klassischer europäischer Anbieter mit langer Marktpräsenz, die App bringt diesen Hintergrund mit. Wer auf eine etablierte Marke mit überschaubarer Funktionspalette setzt, ist hier richtig.
Betway
Betway wird von der Betway Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit dem 09.03.2021. Die App bewirbt Livewetten und Livestreams und verweist auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“. Die Selbstbeschreibung des Anbieters stimmt mit dem Whitelist-Eintrag überein. Betway ist im internationalen Sportwetten-Markt etabliert, die App richtet sich an Spielende, die ein breites Wettprogramm und Live-Streams erwarten.
MERKUR BETS
MERKUR BETS gehört zur Merkur-Gruppe, Whitelist-Eintrag seit dem 06.11.2023, Inhaberin ist die Merkur Bets Malta Limited. Die App nennt über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten und enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS. Der Cashout ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, wird aber erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet sind, was bei Kombiwetten eine wichtige Einschränkung ist. Für Spielende, die Casino und Sportwetten in einer App bündeln wollen, ist MERKUR BETS eine bequeme Lösung.
bwin
bwin gehört zu den ältesten Einträgen auf der Whitelist, die bwin (Deutschland) Limited ist seit dem 09.10.2020 erlaubt. Die App bewirbt Cashout, sowohl manuell als auch automatisch, Live-Streams, Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Wer Live-Wetten schätzt, findet hier eine breite Funktionsbasis, und die automatische Cashout-Option ist ein nützliches Werkzeug, um Disziplin in hektischen Spielsituationen zu wahren.
Sportwetten.de
Sportwetten.de wird von der NetX Betting Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit dem 19.11.2020. Die App nennt eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out, einen Live-Match-Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID. Das ist für ein Android-Smartphone ein vollständiges Paket, und die biometrische Anmeldung erspart das wiederholte Eintippen des Passworts. Wer unterwegs schnell auf laufende Spiele reagieren will, findet hier die passenden Werkzeuge.
LeoVegas
LeoVegas ist der jüngste Eintrag in dieser Übersicht, Whitelist seit dem 21.10.2024, Inhaberin ist die LVSports Limited. Die Marke kommt aus dem skandinavischen Mobile-Casino-Markt und bringt eine mobile-first-DNA mit. Die App richtet sich an Spielende, die ein Smartphone-zentriertes Wettangebot erwarten, mit der Einschränkung, dass die deutsche Erlaubnis erst seit kurzem besteht und das Angebot entsprechend noch im Aufbau sein kann.
888sport
888sport gehört zur 888-Gruppe, einer börsennotierten Holding mit Sitz in Gibraltar; die Aktie wird seit September 2005 an der London Stock Exchange gehandelt. Die deutsche Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021, Inhaberin ist die 888 Germany Limited. 888sport ist eine etablierte Marke, die App trägt das Profil einer internationalen Marke. Spielende, die einen bekannten Namen schätzen, bekommen hier ein Wettprogramm auf dem gewohnten Stand.
bpremium
Hinter bpremium steht die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Malta, erlaubt seit dem 09.10.2020. Die Marke gehört zum Ladbrokes-Konzern, der international im Pferdewett- und Sportwetten-Geschäft aktiv ist. Die App ist im Funktionsumfang am unteren Ende dessen, was die Whitelist-Anbieter abdecken, was nicht heißt, dass die App unbrauchbar ist, sondern dass sie sich an Spielende richtet, die ein schlankes Wettprogramm ohne Spielereien suchen.
NEO.bet
NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben, Whitelist-Eintrag seit dem 09.10.2020. Die App nennt Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout. Die Selbstbeschreibung als „deutsche Lizenz“ verweist auf den Whitelist-Eintrag, was den Anbieter für Spielende interessant macht, denen der Lizenznachweis wichtig ist. Die App wirkt auf den ersten Blick schlank und richtet sich an Spielende, die Wert auf ein konzentriertes Wettprogramm legen.
Welche App für welchen Spielenden-Typ
Eine App, die in allen Bereichen überzeugt, gibt es nicht, und wer das behauptet, hat den Markt nicht verglichen. Wer das eigene Nutzungsprofil kennt, findet schneller die passende App. Vier grobe Profile und welche Anbieter jeweils passen.
Wer vor allem Einzelwetten auf Fußball, Tennis und Basketball abgibt, kommt mit jeder der zehn Apps zurecht. Der Unterschied liegt im Wettprogramm, also in der Tiefe der Märkte pro Spiel und in der Verfügbarkeit unterer Ligen. AdmiralBet, bwin und Interwetten pflegen ein breites Pre-Game-Programm, bei LeoVegas und NEO.bet ist das Programm etwas schlanker, aber für die Standardfälle ausreichend.
Wer Live-Wetten mit Cash-Out schätzt, sollte auf die konkrete Funktion achten, nicht auf das Werbeversprechen. bwin nennt automatischen Cashout, Sportwetten.de und NEO.bet einen Teil-Cash-Out, MERKUR BETS einen Cashout, der erst nach Spielende des letzten Spiels im Wettschein ausgezahlt wird. Wer Kombiwetten mit Cash-Out absichern will, muss mit dieser Verzögerung leben. Für Live-Wetten auf das nächste Tor oder den nächsten Satz ist die Auswahl bei allen lizenzierten Anbietern gleichermaßen auf das beschränkt, was § 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt.
Wer Livestreams sehen will, braucht einen Anbieter, dessen App überhaupt Streams anbietet. bwin, Betway und Betano (wenn auch nicht in dieser Top-10 enthalten) werben mit Streams, andere Anbieter beschränken sich auf Live-Statistiken und einen Match-Tracker. Bei Betano ist das Live-Stream-Angebot an verifizierte Kunden mit einem bestimmten Mindestguthaben gebunden, ein Modell, das auch andere Anbieter mit ähnlichen Bedingungen verfolgen.
Wer unterwegs schnell einzahlen will, achtet auf die Zahlungswege. PayPal, Google Pay, Klarna Sofortüberweisung und Kreditkarten sind im lizenzierten Markt üblich. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten nimmt kein lizenzierter Anbieter an, das folgt aus § 6b Abs. 4 GlüStV. Wer mit Krypto spielen will, landet zwangsläufig bei einem Offshore-Anbieter und damit außerhalb des deutschen Schutzes.
Was Offshore-Anbieter anders, und was sie nicht besser machen
Offshore-Anbieter werben oft mit höheren Limits, schnellerer Auszahlung und Krypto-Zahlung. Das ist eine Seite der Medaille. Die andere: Solche Anbieter sind nicht an OASIS angeschlossen, nicht an LUGAS, fallen nicht unter das deutsche Einzahlungslimit, und wer spielt, hat keine deutsche Aufsichtsbehörde, an die er sich bei Streit wenden kann. Die GGL warnt regelmäßig vor illegalen Angeboten.
Die zivilrechtliche Frage, ob ein Spielender von einem nicht lizenzierten Anbieter verlorene Einsätze zurückfordern kann, ist aktuell beim Europäischen Gerichtshof anhängig. Der Bundesgerichtshof hat die Frage dem EuGH vorgelegt, und der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 grundsätzlich die Möglichkeit einer Rückzahlungspflicht bejaht, mit einer Ausnahme für Zeiten, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist keine Garantie für den Einzelfall, sondern ein laufendes Verfahren, dessen Ausgang offen ist. Wer heute bei einem Offshore-Anbieter spielt, spielt auf eigenes Risiko, und die rechtliche Aufarbeitung kann Jahre dauern.
Wie der Vergleich funktioniert
Wer selbst vergleichen will, prüft am besten drei Punkte. Erstens: Steht der Anbieter mit der passenden Domain auf der Whitelist der GGL? Zweitens: Wie geht die App mit dem eigenen Konto, den Limits und der Verifizierung um, was heißt das für den Alltag unterwegs? Drittens: Welche Funktionen braucht der eigene Wett-Stil wirklich, und welche sind Marketing?
Die Whitelist ist öffentlich und wird regelmäßig aktualisiert. Der GGL-Stand vom 2. Oktober 2026 ist die Grundlage dieser Übersicht. Wenn ein Anbieter im Play Store auftaucht, aber nicht auf der Whitelist steht, ist die App entweder die eines nicht lizenzierten Anbieters oder die App eines anderen lizenzierten Anbieters, der die App auch in anderen Märkten anbietet. Im zweiten Fall lohnt der Blick auf die Whitelist-Domain: Stimmt sie mit dem App-Anbieter überein, ist alles in Ordnung.
Wer auf dem Smartphone wettet, sollte sich klarmachen, dass die App denselben Regeln unterliegt wie der Browser. Die Wettsteuer wird auch in der App fällig, das Einzahlungslimit gilt auch in der App, OASIS-Abfragen laufen auch in der App, und der Panikbutton funktioniert auch in der App. Wer das vergisst, erlebt unterwegs eine böse Überraschung, wenn ein Anbieter eine Auszahlung wegen fehlender Verifizierung zurückhält.
Häufige Fragen
Wo lassen sich Sportwetten-Apps für Android beziehen, und wie wird die Herkunft einer Installationsdatei geprüft?
Die meisten lizenzierten Anbieter stellen ihre Android-App über den Google Play Store bereit. Liegt die App dort nicht, verweist der Anbieter auf eine Download-Seite im eigenen Hilfebereich. Eine Bezugsquelle außerhalb des Play Stores oder der Anbieter-Website ist kein Zeichen für eine Sonderfunktion, sondern ein Risiko: Die Installationsdatei sollte immer vom Anbieter selbst stammen, dessen Domain auf der Whitelist der GGL steht. Im Zweifel hilft der Abgleich zwischen App-Name, Anbieter und Whitelist-Eintrag.
Reicht die Verfügbarkeit im Play Store als Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, oder zählt allein die GGL-Whitelist?
Allein die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder entscheidet, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten veranstalten darf. Der Google Play Store prüft die Google-Richtlinien, nicht die deutsche Glücksspielaufsicht. Eine App im Store kann zu einem Anbieter gehören, der in Deutschland keine Erlaubnis hat, und eine fehlende Store-Präsenz schließt eine Erlaubnis nicht aus. Der Blick in die Whitelist mit Domain, Inhaber und Erlaubnisdatum schafft Klarheit.
Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser, zum Beispiel bei Wetten auf das nächste Tor?
Ja, die Regeln aus § 21 Abs. 4 GlüStV gelten unabhängig vom Zugangsweg. Live-Wetten sind nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten vorkommen. „Nächstes Tor“ im Fußball: ja. „Nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball: nein. Die App setzt diese Regeln technisch um, der Spielende merkt es daran, dass bestimmte Märkte gar nicht angeboten werden.
Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS auf die Nutzung per App aus?
Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Wer bei mehreren Anbietern spielt, teilt sich das Limit. OASIS wird bei jeder Registrierung und Anmeldung abgefragt, wer dort gesperrt ist, kann sich auch in der App nicht anmelden. Der Panikbutton löst eine Sofortsperre von 24 Stunden aus, danach muss der Spielende entscheiden, ob die Sperre ausgeweitet wird. In der App funktioniert das genauso wie im Browser.
Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?
§ 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt nur Zahlungen von einem Konto, das auf den Namen des Spielenden lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel, einschließlich Kryptowährungen und anonymer Prepaid-Produkte, sind ausgeschlossen. Das dient der Bekämpfung von Geldwäsche und schützt Spielende davor, dass eingezahltes Geld ohne klare Zuordnung bleibt. Wer mit Krypto spielen will, landet bei Offshore-Anbietern und damit außerhalb des deutschen Schutzes.
Wie unterscheidet sich der Umgang mit der Sportwettensteuer von 5,3 % zwischen den Apps verschiedener Anbieter?
Die Steuer selbst beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ und wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spielenden. Wie der Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, andere verrechnen sie mit dem Gewinn, wieder andere tragen sie selbst. Die App macht das Modell sichtbar, entweder im Wettschein oder in den FAQ. Wer auf lange Sicht vergleicht, sollte das eigene Steuer-Modell des Anbieters kennen.
Was darf in der App gewettet werden?
Erlaubt sind feste Quoten auf den Ausgang eines Sportereignisses, auf Abschnitte davon und auf Vorfälle im Spiel, als Einzelwette oder Kombiwette. Die GGL legt fest, welche Wetttypen zulässig sind (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ähnliche Komponenten möglich, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten vorkommen. „Nächstes Tor“ beim Fußball: ja. „Nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball: nein. Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind, sowie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße sind ausgeschlossen. Auf sozialpolitische Ereignisse darf nicht gewettet werden.
Auf Esports darf nach der GGL-Praxis nicht gewettet werden, Esports gilt nicht als Sport im Sinne des Staatsvertrags. Zu virtuellen Sportwetten ist die Lage nicht abschließend geklärt; ein verlässlicher Anbieter in Deutschland findet sich dafür nicht.
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