Wer wo auf die EM wetten kann – und was es kostet

Updated October 2026
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Wer nach „Sportwetten Europameisterschaft 2026“ sucht, sucht in den meisten Fällen nach einer Wette auf ein Turnier, das so nicht stattfindet: Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland ist vorbei, die nächste Endrunde wird 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgespielt. Was bleibt, ist die Frage, wo in Deutschland überhaupt legal auf das Turnier gewettet werden darf, was eine Quote tatsächlich auszahlt und welche Kosten unter „Bonus“ und „Wettsteuer“ verschwinden. Genau das klärt dieser Text.

Ein leeres Stadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, Dunst liegt über dem Rasen, die Tribünen sind nur als Lichtpunkte erkennbar.
Die EM 2028 beginnt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale findet am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London statt.

Stand: October 17, 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Lizenzierte Anbieter für EM-Wetten im Vergleich

Bevor irgendeine Quote Sinn ergibt, steht die Frage, bei wem überhaupt gewettet werden darf. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt auf ihrer Whitelist jene Anbieter, die in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV besitzen. Wer dort nicht auftaucht, ist in Deutschland nicht zugelassen – unabhängig davon, welche Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan die Website im Footer vorzeigt. Die folgende Tabelle zeigt die zehn Anbieter aus diesem Vergleich in der Reihenfolge, in der sie im weiteren Text einzeln besprochen werden, samt Whitelist-Status, Inhaber der Erlaubnis und Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis.

Anbieter GGL-Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
bpremium erlaubt (Sportwetten) Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
888sport erlaubt (Sportwetten) 888 Germany Limited 30.06.2021
bet365 erlaubt (Sportwetten) Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Tipwin erlaubt (Sportwetten) Tipwin Limited 09.10.2020
Winamax erlaubt (Sportwetten) WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
MERKUR BETS erlaubt (Sportwetten) Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
bet-at-home erlaubt (Sportwetten) Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Sportingbet erlaubt (Sportwetten) Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway erlaubt (Sportwetten) Betway Limited 09.03.2021
Sportwetten.de erlaubt (Sportwetten) NetX Betting Limited 19.11.2020

Die Spalte „Inhaber der Erlaubnis“ zeigt, dass hinter jeder deutschen .de-Domain eine Kapitalgesellschaft steht – in aller Regel mit Sitz in Malta. Das ist im GlüStV nicht vorgeschrieben, folgt aber aus der EU-Dienstleistungsfreiheit und der Konzernstruktur der großen Anbieter. Wichtig ist die Folgerung: Eine .de-Domain allein beweist gar nichts. Wer auf Nummer sicher gehen will, gleicht die Domain oben in der Adressleiste mit der Whitelist ab und liest dort den Inhaber nach. Die Whitelist-Tabelle gibt den Inhaber so an, wie ihn die GGL führt – wer dort sucht, findet die Domains exakt unter diesen Namen.

bpremium – schmales Programm mit langer Whitelist-Geschichte

bpremium wird auf der Whitelist von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd. geführt, einer Gesellschaft mit Sitz in Gzira, Malta. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 und wurde am 21. Dezember 2022 verlängert; ein Enddatum trägt die Whitelist nicht. Damit zählt bpremium zu den Anbietern der ersten Stunde und ist älter im deutschen Markt als viele Mitbewerber, die erst 2021 oder 2023 ihre Erlaubnis erhielten.

Das Programm ist auf den ersten Blick Fußball-zentriert, was für eine EM-Seite zunächst ausreicht. Was fehlt, ist der breite Livewetten-Bereich anderer Anbieter: Cash-out ist verfügbar, das Angebot an Live-Märkten während eines laufenden Spiels ist im deutschen Rahmen aber überschaubar. Wer auf das nächste Tor oder das Endergebnis wetten will, ist hier richtig – wer auf den nächsten Punkt oder die nächste Ecke tippen will, sucht vergebens, was allerdings an der GGL-Livewetten-Regel liegt und nicht am Anbieter.

Für wen das passt: Gelegenheitswetter, die mit kleinerem Einsatz auf den Turniersieger oder das Weiterkommen einer Mannschaft setzen und sich nicht in Sondermärkten verlieren. Das Programm ist auf das Wesentliche fokussiert, was für ein Turnier wie die EM durchaus ausreicht.

888sport – großer Konzern, kleine Schnittstellen

888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die seit September 2005 an der Londoner Börse notiert ist. Die deutsche Whitelist-Erlaubnis läuft über die 888 Germany Limited und wurde am 30. Juni 2021 erteilt, mit einer Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Das ist ein Konzern mit langer Börsenhistorie, nicht ein kurzlebiger Anbieter aus der Karibik – ein Aspekt, der bei der Frage nach der Auszahlungssicherheit des Spielerguthabens ins Gewicht fällt.

Das Wettprogramm deckt Fußball breit ab, inklusive der gängigen Spezialwetten auf Torschützen und Halbzeitresultate. Was in der Praxis stört, ist die deutsche App-Version: Sie ist im Funktionsumfang schlanker als die internationale 888sport-App, weil viele Spezialmärkte und der vollständige Casino-Bereich hierzulande nicht freigeschaltet sind. Für ein Turnier wie die EM bedeutet das: Die Standard-Märkte sind da, viel mehr aber nicht.

Für wen das passt: Wer einen seriösen, börsennotierten Anbieter sucht und mit den Standard-Märkten auskommt. Dass die App funktional hinter der internationalen Version zurückbleibt, ist ein Kompromiss, den man beim deutschen Angebot eingehen muss.

bet365 – das größte Programm, mit Whitelist-Eintrag

Auf der Whitelist ist Bet365.de über die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, geführt. Erste Erlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 27. Dezember 2022. In der Sportwetten-Landschaft ist bet365 der Anbieter mit dem dichtesten Programm überhaupt, was sich auch an der Zahl der Märkte pro Spiel ablesen lässt – ein durchschnittliches Bundesliga-Spiel kommt hier auf über 100 Auswahlen, ein EM-Spiel mit ähnlichem Aufwand.

Die deutsche Lizenz schneidet das Programm allerdings an den Stellen zurück, an denen die GGL Live-Wetten enger zieht: Wetten auf den nächsten Punkt, die nächste Ecke oder die nächste Karte sind nicht im Angebot, was bei einem Konzern, der international das volle Live-Paket fährt, manchmal irritiert. Wer das volle Live-Erlebnis aus dem Ausland kennt, muss sich in Deutschland mit dem begnügen, was der deutsche Erlaubnisrahmen erlaubt – und das ist bei Bet365.de genau das, was die anderen Whitelist-Anbieter auch zeigen.

Für wen das passt: Wer das dichteste Wettprogramm im deutschen Markt sucht, kommt an bet365 nicht vorbei. Wer sich jedoch auf Funktionen jenseits der GGL-Regel freut, wird feststellen, dass das deutsche Angebot hier enger gezogen ist als im internationalen Vergleich.

Tipwin – deutscher Anbieter mit Basketball-Partnerschaft

Tipwin ist die deutsche Ausnahme in dieser Liste: ein Anbieter, der nicht zu einem börsennotierten Konzern gehört, sondern über die Tipwin Limited firmiert und in der Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 geführt wird. Eine weitere Folgeerlaubnis datiert auf den 9. Januar 2024, was die laufende Whitelist-Aktualisierung bestätigt.

Bemerkenswert ist die Sponsoring-Linie: Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes, die Partnerschaft wurde bis Ende 2026 verlängert. Das ist für eine Seite über die EM zweitrangig – für Leser, die parallel zur EM Basketball-Ligen oder internationale Wettbewerbe spielen wollen, ist es ein Hinweis auf die Schwerpunktsetzung des Hauses. Fußball ist abgedeckt, aber nicht das einzige Standbein.

Für wen das passt: Wer einen deutschen Ansprechpartner schätzt und neben Fußball auch Basketball und andere Hallensportarten spielt. Wer jedoch das weltweite Fußball-Angebot eines Großkonzerns erwartet, merkt schnell, dass Tipwin einen anderen Schwerpunkt setzt.

Winamax – quotenstark mit eigener Live-Strecke

Winamax bewirbt sich mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt das auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April und dem 30. August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Die Werbeaussage ist also nicht aus der Luft gegriffen, sondern an einen konkreten Vergleichszeitraum gebunden – das unterscheidet sie von vielen „Best Odds“-Behauptungen im Markt.

Hinzu kommt Winamax TV, ein Live-Stream-Angebot im eigenen Kundenkonto, das Spiele aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und der MLS zeigt, dazu Grand-Slam-Tennis, ATP und WTA, NBA und NFL. Für eine EM-Seite zählt weniger der Live-Stream, mehr das Quotenniveau: Wenn Winamax bei einer Quote auf Platz eins liegt, ist der Auszahlungsschlüssel dieses Marktes höher als beim Wettbewerb, und genau das entscheidet darüber, was von einem Einsatz übrig bleibt.

Die Wettsteuer: 0 % heißt, Winamax verzichtet darauf, die 5,3 % Wettsteuer an den Kunden weiterzugeben. Das ist ein klarer Vorteil in Euro und Cent – ein 100-€-Einsatz kostet hier 100 €, anderswo 105,30 €.

Für wen das passt: Wer Quoten vergleicht und den Steueraufschlag nicht mitfinanzieren will. Wer neben Sportwetten ein Casino- oder Poker-Paket sucht, wird hier nicht fündig – die Konzentration auf die Sportwette ist das Alleinstellungsmerkmal.

MERKUR BETS – neuerer Anbieter mit deutscher Marke

Merkur Bets gehört zur Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, und ist seit dem 6. November 2023 auf der Whitelist. Damit ist es der zweitjüngste Anbieter in dieser Liste und kommt nicht aus dem klassischen Online-Pool, sondern aus der Welt der Spielhallen: Die Marke Merkur steht in Deutschland seit Jahrzehnten für Geldspielgeräte in gastronomischen Betrieben, was der Marke hierzulande einen Wiedererkennungswert gibt, der bei reinen Online-Anbietern fehlt.

Die Fußball-Quote bei MERKUR BETS liegt im Mittelfeld der Whitelist-Anbieter, das Livewetten-Programm ist auf das GGL-Erlaubte beschränkt. Wer Cash-out sucht, findet es; wer auf die nächste Ecke wetten will, wird auf den Standard-Markt „nächstes Tor“ verwiesen. Das ist, wie oben schon bei bet365 angemerkt, kein hauseigenes Defizit, sondern die GGL-Linie.

Für wen das passt: Wer die Marke Merkur aus der Spielhalle kennt und einen konservativen, regelkonformen Anbieter sucht. Wer ein Wettprogramm erwartet, das in der Breite alle denkbaren Sondermärkte abdeckt, dürfte hier nicht voll auf seine Kosten kommen.

bet-at-home – seit 2020 auf der Whitelist

bet-at-home wird auf der Whitelist von der Bet-at-home.com Internet Limited geführt, mit erster Sportwetten-Erlaubnis am 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert auf den 28. Dezember 2022. Dass ein Anbieter wie bet-at-home seine Erlaubnisse über die Jahre um weitere Spielformen ergänzt, ist ein übliches Vorgehen und spiegelt die Anpassung an den deutschen Rechtsrahmen wider.

Das Wettprogramm ist Fußball-zentriert, mit einer soliden Tiefe bei den Standardmärkten. Was fehlt, ist die Breite des Livewetten-Bereichs, den etwa bet365 zeigt. Im deutschen Markt schneidet sich das von selbst: Da die GGL Livewetten ohnehin auf Endergebnis und „nächstes Tor“ reduziert, ist der Unterschied zwischen den Anbietern hier kleiner als in Märkten ohne diese Regulierung. Wer Cash-out nutzt, kann es bei bet-at-home tun; die Bedingungen stehen in den AGB.

Für wen das passt: Wer einen ruhigen Anbieter mit Standard-Programm sucht und auf den Quotenvergleich achtet. Wer auf der Suche nach Bonus-Deals ist, die weit über das Übliche hinausgehen, findet hier eher ein klassisches Angebot, das keine Experimente bei den Umsatzbedingungen macht.

Sportingbet – Konfigurator+ und Standard-Sportarten

Sportingbet wird auf der Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit erster Erlaubnis am 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022. Das Sportwetten-Angebot umfasst Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker – also die klassischen sieben Sportarten, mit denen ein EM-Begleitprogramm gut bestückt ist.

Das Feld, in dem Sportingbet sich positioniert, ist der „Konfigurator+“: ein Tool, mit dem Wetten aus mehreren Begegnungen in einer Wette kombiniert werden können, ähnlich einem Bet-Builder über Spielgrenzen hinweg. Für eine EM bedeutet das: Eine Wette auf „Spanien gewinnt + Deutschland kommt weiter + Frankreich erzielt im Turnier die meisten Tore“ lässt sich hier als ein Schein abgeben, nicht als drei Einzelwetten.

Für wen das passt: Wer Kombinationen über mehrere Spiele hinweg bauen will. Für wen es nicht passt: Wer ausschließlich auf das einzelne Spiel setzt, braucht den Konfigurator nicht und ist bei jedem anderen Anbieter ebenso bedient.

Betway – Cash-out und Wettkonfigurator

Betway wird auf der Whitelist von der Betway Limited geführt, mit erster Erlaubnis am 9. März 2021 und einer Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. Das Besondere an Betway ist die Kombination aus Cash-out und Wettkonfigurator: Unter „Meine Wetten“ erscheint das grüne Cash-out-Symbol, der Wert der offenen Wette wird angezeigt, und der Kunde kann den gesamten Betrag oder einen Teil auszahlen lassen. Hinzu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, der einzelne Auswahlen aus verschiedenen Partien miteinander verbindet – eine Parallele zum Sportingbet-Konfigurator+, nur unter anderem Namen.

Wer auf eine EM mit vielen Spielen in kurzer Folge setzt, profitiert von Cash-out stärker als bei einer Bundesliga-Saison: Wenn nach dem zweiten Gruppenspiel klar ist, dass die Wette auf den Gruppensieger Spanien noch realistisch ist, lässt sich der Gewinn mitnehmen, ohne das gesamte Turnier abzuwarten. Cash-out ist allerdings eine Anbieter-Funktion, keine Garantie, dass ein bestimmter Markt zum gewünschten Zeitpunkt zur Auszahlung steht – die Bedingungen stehen im Wettschein.

Für wen das passt: Wer seine offenen Wetten aktiv steuern will, findet hier die nötigen Werkzeuge. Wer hingegen Cash-out als Gewinn-Mechanismus versteht, sollte beachten, dass der Wert bei Aktivierung oft deutlich unter dem theoretischen Gewinn liegt.

Sportwetten.de – die Domain als Programm

Sportwetten.de führt auf der Whitelist die NetX Betting Limited, mit Sitz in Birkirkara, Malta, und einer Erlaubnis seit dem 19. November 2020, verlängert am 16. Dezember 2022. Der Name der Domain ist hier Programm: Die Marke trägt das, was sie verspricht, im URL-Balken. Das ist für sich genommen kein Qualitätsmerkmal, zeigt aber, dass der Anbieter auf den Wiedererkennungswert der Domain setzt – was bei einer EM-Suche nicht schadet.

Das Wettprogramm ist Fußball-zentriert und deckt die deutschen Ligen sowie die internationalen Wettbewerbe ab. Livewetten sind im GGL-Rahmen verfügbar, Cash-out ist als Funktion angegeben. Wer auf der Suche nach einem unauffälligen Anbieter mit Whitelist-Eintrag ist, der ohne große Marketing-Maschine arbeitet, ist hier richtig.

Für wen das passt: Wer einen schlichten Anbieter mit Domain-Namen sucht, der nicht versucht, mit Megabonussen zu locken. Für wen es nicht passt: Wer ein hochspezialisiertes Wettprogramm mit Sondermärkten erwartet, ist bei einem Generalisten mit Whitelist-Status unter Umständen nicht optimal aufgehoben.

Grundlagen der EM und warum „2026“ ins Leere zeigt

Die Fußball-Europameisterschaft ist das zweitgrößte Fußballturnier der Welt nach der Weltmeisterschaft. Die erste Endrunde wurde 1960 ausgetragen, seit 2016 spielen 24 Mannschaften, davor von 1996 bis 2012 jeweils 16. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln (1964, 2008, 2012, 2024), Deutschland folgt mit drei Titeln (1972, 1980, 1996). Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Turniertoren. Veranstalter ist die UEFA, das Turnier findet alle vier Jahre statt.

Ein Pokal ohne Gravur steht allein auf einem Holztisch vor einer hellen Wand, davon fällt ein weicher Schatten.
Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Die letzte Endrunde, die EM 2024, fand vom 14. Juni bis zum 14. Juli 2024 in Deutschland statt. 24 Mannschaften spielten in sechs Vierergruppen, insgesamt 51 Spiele. Im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann damit den vierten Titel. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Zuschauerzahl belief sich auf insgesamt 2.681.288.

Die nächste Endrunde, die EM 2028, wird vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Gespielt wird wieder in sechs Vierergruppen, gefolgt von einer K.-o.-Phase mit Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli) und Finale. Ein Spiel um Platz drei findet nicht statt. Die Qualifikation wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams ausgetragen; die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast.

Der Suchbegriff „Europameisterschaft 2026“ verweist damit auf kein Turnier: Die EM 2026 gibt es nicht, die nächste EM ist 2028, die letzte war 2024. Wer unter diesem Stichwort nach Wettmöglichkeiten sucht, hat zwei realistische Optionen. Er kann auf das verbleibende Qualifikationsspieljahr 2026/27 wetten – in dieser Phase finden die Gruppenspiele der EM-Qualifikation statt, und die meisten Whitelist-Anbieter bieten diese Partien als Einzelwetten an. Oder er kann auf andere Turniere ausweichen, die 2026 tatsächlich stattfinden, etwa die WM-Qualifikation oder die europäischen Klub-Wettbewerbe.

Rechtslage: Was in Deutschland erlaubt ist – und was nicht

In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), in Kraft seit dem 1. Juli 2021, das Sportwetten-Geschäft. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht die Anbieter. Die zentrale Anlaufstelle für die Lizenzprüfung ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie führt alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis, getrennt nach Spielform. Die Liste, die dieser Text zugrunde legt, ist auf dem Stand vom 2. Oktober 2026.

Eine Balkenwaage aus Messing steht neben einem hölzernen Richterhammer auf einem dunklen Pult, im Hintergrund ein unscharfes Bücherregal.
Die Whitelist der GGL führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was die Whitelist trägt, ist entscheidend. Wer auf der Whitelist steht, hat eine gültige Erlaubnis; wer nicht draufsteht, hat keine. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ist in Deutschland kein Ersatz: Die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten und hat im September 2026 einen Fall publik gemacht, in dem ein nicht zugelassener Anbieter über ein Jahr hinweg illegale Sportwetten und Online-Casinospiele in Deutschland angeboten hatte. Eine Sportwettensteuer, die ein Anbieter entrichtet, beweist keine deutsche Erlaubnis – die Steuer fällt auch bei nicht zugelassenen Anbietern an.

Die Erlaubnis selbst wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt. Die Whitelist zeigt das Datum der Erteilung, nicht das Enddatum. Wer also auf der Liste steht, hat eine gültige Erlaubnis; wann sie ausläuft, lässt sich nur über die Erteilung plus fünf Jahre errechnen; die Whitelist selbst nennt kein Enddatum.

Was darf gewettet werden? Erlaubt sind Fixed-Odds-Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse im Ereignis, als Einzel- oder Kombiwetten (§ 21 Abs. 1). Die GGL legt fest, welche Wetttypen im Sportwettprogramm zugelassen sind (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gewettet werden, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Konkret: Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Satz im Tennis ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur), auf manipulationsanfällige Ereignisse und auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Soziale oder politische Ereignisse sind nicht wettbar.

E-Sport ist nach GGL kein Sport, Wetten auf E-Sport sind in Deutschland nicht möglich. Zu virtuellen Sportwetten ist die Rechtslage nicht abschließend geklärt; seriös ist, hierzu nichts zu schreiben. Cash-out unterliegt keiner gesetzlichen Regelung – es ist eine freiwillige Funktion des Anbieters. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt; ein per-bet-Einsatzlimit für Sportwetten kennt das deutsche Recht nicht.

Was hat das mit der EM zu tun? Wer auf eine EM-Partie wetten will, kann das bei einem Whitelist-Anbieter tun, und zwar auf das Endergebnis, das Ergebnis zur Halbzeit, den Turniersieger, das Weiterkommen einer Mannschaft und eine begrenzte Auswahl an Torschützen- und Kartenmärkten. Wer auf das nächste Eck oder den nächsten Einwurf wetten will, hat in Deutschland keinen Markt – auch nicht bei einem Whitelist-Anbieter.

Zivilrechtlich ist die Lage für Spieler, die bei einem nicht zugelassenen Anbieter verloren haben, in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Fall fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) es grundsätzlich für möglich gehalten, nicht zugelassene Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Das ist kein Urteil, aber es ist ein Hinweis darauf, dass die zivilrechtliche Seite der Offshore-Wetten im Fluss ist. Kein Spieler sollte sich darauf verlassen, dass eine Rückforderung im Einzelfall funktioniert – was an dieser Stelle ehrlich ist, ohne den Leser in falscher Sicherheit zu wiegen.

Verantwortungsvolles Wetten: Limit, Sperre und Hilfsangebote

Die deutsche Regulierung hat den Spielerschutz ins Zentrum gerückt. Drei Mechanismen greifen ineinander: das Einzahlungslimit, die Sperrdatei OASIS und die Aktivitätsdatei LUGAS.

Einzahlungslimit: 1.000 € pro Monat – und die Hintertür

Seit dem GlüStV 2021 gilt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € für Sportwetten und andere Glücksspiele, summiert über alle Anbieter hinweg, die der LUGAS Limitdatei angeschlossen sind. Die 1.000 € sind der Standard; ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler nur dann ein höheres Limit einrichten, wenn dieser seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist – eine Selbsterklärung reicht nicht. Die Stufen reichen bis 10.000 € und in Ausnahmefällen bis 30.000 €, dürfen aber höchstens für 1 % der aktiven Spieler eines Anbieters ausgeschöpft werden. Eine Senkung des Limits gilt sofort; eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Für eine EM mit vielen Spielen in kurzer Folge ist 1.000 € Monatslimit kein großzügiger Spielraum. Wer ein Konto bei zwei Anbietern hat, teilt sich das Limit nicht – die Limitdatei führt es übergreifend. Wer mehr einsetzen will, muss den wirtschaftlichen Nachweis erbringen, was bei den meisten Freizeitspielern nicht funktioniert.

OASIS und der Panikbutton

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, an das jeder Whitelist-Anbieter angeschlossen ist. Es wird bei Registrierung und Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt, bestimmt die Dauer: Mindestens drei Monate, wenn eine Frist angegeben ist, sonst mindestens ein Jahr. Eine Sperre gilt übergreifend für alle angeschlossenen Anbieter, sie kann nicht durch Kontoeröffnung bei einem anderen Haus umgangen werden.

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus – ein Hilfsmittel, das sich vor allem in angespannten Spielsituationen auszahlt. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen, was einer der Gründe ist, warum die GGL vor ihnen warnt.

Hilfsangebote

Wer merkt, dass das Wetten außer Kontrolle gerät, hat in Deutschland mehrere Anlaufstellen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine kostenfreie Beratung unter der Telefonnummer 0800 137 27 00, dazu die Online-Plattform „Check-dein-Spiel“ und das Sperrsystem selbst. Bei der EM kann eine Phase intensiven Spielens mit vielen Spielen in kurzer Zeit eine kritische Phase sein – die Hilfsangebote sind in dieser Zeit leichter zugänglich, wenn man sich vorher die Nummer notiert hat.

Boni und Gratiswetten: Was „100 % Bonus“ tatsächlich kostet

Bonusangebote sind in Deutschland werberechtlich erlaubt, aber jeder Anbieter legt die Bedingungen selbst fest. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Bonushöhe, Umsatzfaktor oder Mindestquote. Das bedeutet: Was auf der Werbefläche nach „100 % bis 100 €“ aussieht, kann unter dem Strich deutlich weniger wert sein. Drei Stellschrauben entscheiden, was ein Bonus tatsächlich kostet.

Der Umsatzfaktor

Die meisten Sportwetten-Boni sind umsatzpflichtig: Der Bonusbetrag muss eine bestimmte Anzahl von Malen zu einer Mindestquote umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Ein typischer Wert ist „Bonus einmal zu Quote 2,00 umsetzen“. Bei einem 100-€-Bonus bedeutet das: 100 € Einsatz zu einer Quote, die im Schnitt nicht 2,00, sondern im Bereich von 1,85 bis 1,95 liegt – und genau diese Spanne entscheidet, ob die Quote zählt oder nicht. Wer auf eine 1,80 wettet, riskiert, dass der Einsatz nicht angerechnet wird, ohne es zu merken.

Was das wert ist, hängt vom Markt ab. Eine Wette auf das Endergebnis einer EM-Partie zu Quote 2,00 hat bei einem durchschnittlichen Buchmacher eine Auszahlungsquote von etwa 95 %; 5 % des Einsatzes wandern als Marge an den Anbieter. 100 € Umsatz bei 5 % Marge bedeuten also 5 € erwarteten Verlust – der Bonus von nominal 100 € schrumpft auf netto etwa 95 €, bevor die Steuern mitgerechnet werden. Bei härteren Mindestquoten oder höheren Umsatzfaktoren verschiebt sich das Bild schnell nach unten.

Die Mindestquote

Die Mindestquote entscheidet, welche Wetten zählen. Eine Mindestquote von 1,80 schließt Favoritenwetten weitgehend aus; eine Mindestquote von 2,00 schließt sie vollständig aus. Wer auf ein EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Schotten wetten will, liegt mit Quote 1,20 für einen deutschen Sieg unter jeder gängigen Mindestquote – die Wette zählt für den Umsatz nicht. Das ist der Mechanismus, der einen Bonus nominell groß und effektiv klein hält.

Die Frist

Die meisten Boni sind an eine Frist gebunden, typisch sind 30, 60 oder 90 Tage. Wer innerhalb der Frist den Umsatz nicht erreicht, verfällt der Bonus samt der daraus erzielten Gewinne. Für eine EM-Qualifikationsphase mit wenigen Spielen im Monat kann eine 30-Tage-Frist sportlich eng werden.

Was eine Gratiswette tatsächlich wert ist: Der Freebet-Einsatz wird bei einem Gewinn in der Regel nicht zurückgezahlt. Wer eine 10-€-Gratiswette zu Quote 3,00 gewinnt, bekommt 20 € ausgezahlt, nicht 30 € – und das ist vor Steuern. Bei einer Marktauszahlungsquote von 95 % ist die erwartete Auszahlung 20 € × 95 % = 19 €. Die Gratiswette ist also nicht 10 € wert, sondern im Schnitt 9,50 €, je nach Marktlage.

Wetten mit dem Smartphone: Was die App leistet – und was nicht

Die Whitelist-Anbieter bieten jeweils eine iOS- und Android-App, oft als progressive Web-App, die sich an den mobilen Browser anpasst. Der Funktionsumfang ist im Regelfall gleich zur Desktop-Version – was an einem Ort geht, geht am anderen in der Regel auch.

Was die App besonders macht: Wettschein, Cash-out und Livewetten sind auf dem Smartphone die Regel, nicht die Ausnahme. Die Tipico App etwa bewirbt „Tipico Cashout“ und Live-Wetten während des laufenden Spiels; bei Betway ist das Cash-out-Symbol direkt unter „Meine Wetten“ sichtbar, und der ausgezahlte Wert wird vor der Bestätigung angezeigt. Wer während eines EM-Spiels eine Wette platzieren will, braucht dafür nicht den Laptop.

Was die App nicht ersetzt: Die Identitätsprüfung. Vor der ersten Auszahlung muss jeder Anbieter nach § 6a GlüStV den Spieler vollständig verifizieren – per Video-Ident, Ausweis-Upload und Adressnachweis. Das passiert auf dem Smartphone wie auf dem Desktop, ist aber im mobilen Flow oft reibungsloser, weil die Kamera direkt genutzt werden kann. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter maximal 72 Stunden mit einem 100-€-Einlagelimit spielen lassen, ohne Auszahlung – das ist der „Spielraum“, den die App vor dem Identitätscheck bietet.

Worauf bei der App zu achten ist: Push-Benachrichtigungen für Spielstände sind sinnvoll, um eine laufende Wette zu beobachten; sie sind es aber nicht, um „mal eben“ eine Livewette zu platzieren, wenn das Spiel gerade läuft. Die Marge der Live-Märkte ist im Schnitt höher als die der Pre-Match-Märkte – das ist im GGL-Rahmen besonders spürbar, weil das Wettprogramm ohnehin auf das Nötigste reduziert ist.

Live-Wetten und Cash-out unter der GGL-Regel

Die GGL-Regel zu Live-Wetten ist die einschneidendste Beschränkung im deutschen Sportwetten-Markt. Sie ist im GlüStV 2021 in § 21 Abs. 4 verankert und bedeutet: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis gewettet werden, oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente, sofern solche Ereignisse in der jeweiligen Sportart selten sind.

Konkret bei einer EM-Partie: Wetten auf das nächste Tor ja, weil Tore in einem Fußballspiel selten sind. Wetten auf die nächste Ecke nein, weil Ecken häufig sind. Wetten auf den nächsten Einwurf nein, aus demselben Grund. Wetten auf den nächsten gelben Kartenspieler nein, weil Karten während eines Spiels mehrmals vorkommen. Was im internationalen Livewetten-Markt Standard ist, fällt in Deutschland weg.

Was bedeutet das für die EM? Während eines Spiels Deutschland gegen Spanien bleibt das Livewetten-Programm überschaubar: Endergebnis, Halbzeit-/Endstand-Kombination, „nächstes Tor“ – das war’s im Wesentlichen. Wer auf Torschützen oder exakte Ergebnisstände live wetten will, hat in Deutschland keinen Markt. Das ist nicht das Defizit eines Anbieters, sondern die Regelung der GGL.

Cash-out ist eine andere Baustelle. Es ist eine Funktion, die jeder Anbieter freiwillig anbietet und die nicht im GlüStV geregelt ist. Cash-out heißt: Der Anbieter kauft dem Spieler die offene Wette zu einem bestimmten Kurs ab, bevor das Ereignis beendet ist. Der Kurs ist nicht der faire Wert der Wette, sondern der Wert, den der Anbieter festlegt – in der Regel liegt er unter dem, was bei einem Auszahlen-bis-zum-Schluss zu erwarten wäre. Wer Cash-out nutzt, akzeptiert diesen Abschlag im Tausch gegen die Gewissheit, das Geld sofort zu haben.

Cash-out ist nicht immer verfügbar. Während eines Spiels kann der Anbieter die Funktion deaktivieren, etwa in den letzten Minuten oder wenn ein Tor gerade gefallen ist und die Quoten neu berechnet werden. Wer sich auf Cash-out verlässt, sollte vor der Platzierung der Wette prüfen, ob die Funktion im Wettschein angeboten wird.

Wett-Tipps und Prognosen: Warum kein Tipp sicher ist

Wer nach „EM Wetten Tipps“ sucht, sucht nach einer Vorhersage, die Gewinn bringt. Ehrlich ist: Niemand kann den Ausgang eines Fußballspiels sicher vorhersagen, und niemand kann den Turniersieger einer EM mit Sicherheit benennen. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft Hoffnung, keine Information. Was seriöse Wett-Tipps leisten können, ist die Strukturierung einer Entscheidung, nicht ihre Vorwegnahme.

Die Mechanik einer Turnierprognose

Eine Turnierprognose beruht auf vier Bausteinen: Form der Mannschaft, individuelle Stärke, Auslosung und Wettquote. Die Form der Mannschaft ergibt sich aus den letzten Spielen – Siege, Niederlagen, Tordifferenz, Verletzungen. Die individuelle Stärke lässt sich anhand der Kaderqualität schätzen, etwa über die Marktwertsumme oder die Leistungsdaten in den Profiligen. Die Auslosung bestimmt, gegen welche Gegner eine Mannschaft in der Gruppenphase und im Achtelfinale spielt. Die Wettquote ist die Bewertung all dieser Faktoren durch den Buchmacher – und damit der einzige Punkt, an dem Geld und Information zusammenkommen.

Keiner dieser Bausteine sagt den Ausgang sicher voraus. Eine Mannschaft in Top-Form kann gegen einen Außenseiter verlieren, der eine überdurchschnittliche Torhüterleistung zeigt. Ein Top-Kader kann von Verletzungen getroffen werden. Eine günstige Auslosung hilft wenig, wenn die Mannschaft am ersten Spieltag nervös ist. Die Wettquote ist die informierteste Schätzung, die im Markt verfügbar ist – sie ist aber eine Schätzung, kein Urteil.

Was Quoten über Chancen aussagen

Eine Quote ist die umgekehrte Wahrscheinlichkeit, multipliziert mit dem Buchmachermarge-Aufschlag. Eine Quote von 2,00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 50 %, eine Quote von 4,00 entspricht 25 %. Wenn alle drei Quoten eines Marktes addiert mehr als 100 % ergeben, ist die Marge des Buchmachers die Differenz zu 100 % – das ist der Anteil, der im Schnitt beim Anbieter bleibt.

Eine Quote von 2,00 auf Deutschland für ein EM-Gruppenspiel sagt: Der Anbieter schätzt Deutschlands Siegchance auf etwa 47 bis 49 %, der Rest ist Marge. Sie sagt nicht: Deutschland gewinnt. Sie sagt: Wenn diese Wette sehr oft platziert würde, würde der Anbieter im Schnitt die Marge einbehalten und die Wette sich ausgeglichen entwickeln. Was in einem einzelnen Spiel passiert, ist eine andere Frage.

Was das für Wett-Tipps bedeutet: Wer eine „Wett-Prognose“ verkauft, verkauft eine Wette auf eine subjektive Lesart der genannten Bausteine. Wer den Tipp nachvollziehbar begründet, liefert Mehrwert. Wer den Tipp als sicher verkauft, ist unseriös. Die Plattformen, die täglich neue „Experten-Tipps“ veröffentlichen, sind in der Regel Affiliate-Seiten, die an jeder platzierten Wette mitverdienen – was den Tipp nicht zwingend falsch macht, aber den Anreiz erklärt.

Beispielrechnung: Die Marge eines 1X2-Marktes

Was kostet eine Wette? Das lässt sich anhand der Marge des Marktes zeigen, in den gewettet wird. Ein illustratives Beispiel: Ein 1X2-Markt (Heimsieg/Unentschieden/Auswärtssieg) mit den Quoten 2,10 für Heimsieg, 3,40 für Unentschieden und 3,60 für Auswärtssieg. Die Auszahlungsquote dieses Marktes berechnet sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten:

1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60) = 1 ÷ (0,4762 + 0,2941 + 0,2778) = 1 ÷ 1,0481 ≈ 0,9540

Die Marge dieses Marktes liegt damit bei rund 4,6 % – was für einen deutschen Whitelist-Anbieter ein typischer Wert für die Hauptmärkte ist. Anders gesagt: Von jedem Euro, der auf diesen Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter im Schnitt etwa 95 Cent als Gewinn aus und behält 5 Cent. Bei einem 100-€-Einsatz erwartet der Anbieter im Schnitt 4,60 € Überschuss. Das ist kein Zeichen für ein unfaires Angebot – es ist die Art, wie Buchmacher Geld verdienen. Wer die Marge verschiedener Anbieter vergleicht, vergleicht das, was langfristig vom Einsatz übrig bleibt.

Wettquoten, Wettarten und die Mechanik der Auszahlung

Wie sich die Auszahlung berechnet

Eine Wette zu einer Quote von 2,50 mit 20 € Einsatz bringt im Erfolgsfall 50 € Auszahlung – 20 € Einsatz plus 30 € Nettogewinn. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der einzelnen Tipps: Eine Wette auf drei Spiele mit Einzelquoten 1,80, 2,20 und 1,90 ergibt eine Kombiquote von 7,524; 20 € Einsatz bringen bei einem Erfolg aller drei Tipps 150,48 € Auszahlung. Die höhere Quote ist der Lohn für das höhere Risiko: Alle drei Tipps müssen eintreffen, sonst ist die Wette verloren.

Was das über EM-Wetten sagt: Wer auf den Turniersieger Spanien setzt, gewinnt die Wette nur, wenn Spanien das Finale gewinnt. Wer auf das Weiterkommen Deutschlands ins Halbfinale setzt, gewinnt die Wette, wenn Deutschland das Viertelfinale übersteht – unabhängig vom Halbfinalausgang. Die Wettart bestimmt den Auszahlungsfall, nicht das Turnier. Eine Wette auf „Spanien wird Gruppensieger“ ist nicht dasselbe wie „Spanien wird Europameister“ – und die Quote macht den Unterschied.

Die Wettarten im Überblick

Einzelwette: Eine Wette auf ein Ereignis. Auszahlung erfolgt, wenn das Ereignis eintrifft. Kombiwette: Mehrere Einzelwetten werden zu einer Wette zusammengefasst; die Quoten multiplizieren sich, aber alle Tipps müssen eintreffen. Systemwette: Mehrere Kombinationen aus einer Auswahl von Tipps; einige Tipps dürfen falsch sein, der Spieler verliert aber den Einsatz der nicht zählenden Kombinationen. Cash-out-Wette: Eine offene Wette wird vorzeitig zu einem vom Anbieter festgelegten Kurs ausgezahlt – mit einem Abschlag gegenüber dem fairen Wert.

Was eine Systemwette kostet: Eine 3-aus-4-Systemwette besteht aus vier Einzelwetten in allen möglichen 3er-Kombinationen – vier Kombinationen. Wer 20 € auf jede Kombination setzt, gibt 80 € aus; eine einzige falsche Teilwette führt zum Verlust von drei Vierteln des Einsatzes. Das ist teurer, als es auf den ersten Blick aussieht, weil die meisten Systemwetten nicht den vollen Einsatz verlieren, sondern nur den Anteil, der die falsche Teilwette enthält – was den Effekt abmildert, aber nicht aufhebt.

Die Wettsteuer: 5,3 % minus sich selbst

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was effektiv rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere vom Gewinn, wieder andere – wie Winamax – verzichten vollständig auf die Weitergabe.

Ein 100-€-Einsatz, der die Wettsteuer trägt, kostet den Anbieter 5,03 € an das Finanzamt. Zieht der Anbieter die Steuer vom Einsatz ab, hat der Spieler 94,97 € auf dem Wettschein; zieht er sie vom Gewinn ab, hat der Spieler den vollen 100-€-Einsatz, aber einen um 5,03 € reduzierten Gewinn. Im ersten Fall ist die Bruttoquote dieselbe, das Risiko ist höher; im zweiten Fall ist die Bruttoquote reduziert, das Risiko ist dasselbe. Welche Variante der einzelne Anbieter wählt, steht in den AGB. Wer Anbieter vergleicht, sollte diesen Punkt mitlesen.

Sportwetten und Turniere: Was wo wettbar ist

Die EM ist ein Fußballturnier, der entsprechende Markt ist im Wettprogramm eines jeden Whitelist-Anbieters der am breitesten aufgestellte. Was eine EM von einer Bundesliga-Saison unterscheidet, ist die zeitliche Verdichtung: Innerhalb von vier Wochen werden 51 Spiele ausgetragen, drei bis vier pro Tag in der Gruppenphase. Die Märkte, die der Anbieter pro Spiel anbietet, variieren: Bei Top-Spielen wie Deutschland gegen Spanien sind 60 bis 100 Auswahlen realistisch, bei Außenseiter-Partien eher 30 bis 50.

Was eine EM für Wetter interessant macht, sind die Spezialmärkte: Torschützenwetten, „Scorecast“ (Torschütze kombiniert mit Endergebnis), Halbzeit-Endstand-Kombinationen, Karten- und Eckenmärkte – soweit die GGL sie erlaubt. Hier unterscheiden sich die Anbieter am stärksten. Winamax und bet365 haben in der Regel die dichtesten Programme; Sportingbet und Betway liegen mit ihren Konfiguratoren in einer eigenen Kategorie. Wer auf eine spezifische Wette setzen will, prüft vor der Anmeldung das Wettprogramm des Anbieters für ein aktuelles Top-Spiel.

Das Wettprogramm jenseits der EM ist bei den meisten Whitelist-Anbietern ähnlich aufgebaut: Fußball dominiert, dahinter kommen Tennis, Basketball, Eishockey, Handball. Winamax TV bietet Live-Streams aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie, MLS, Grand-Slam-Tennis, ATP und WTA, NBA und NFL; Wettstar zeigt Pferderennen. Für eine EM-Seite ist das Randbemerkung – wer im Sommer zwischen den EM-Spieltagen zusätzliche Live-Bilder nutzen will, hat diese Optionen.

Häufige Fragen

Findet 2026 eine Fußball-Europameisterschaft statt?

Nein. Die letzte EM-Endrunde war 2024 in Deutschland, Spanien besiegte im Finale am 14. Juli 2024 England mit 2:1 und gewann den vierten Titel. Die nächste EM findet 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Wer 2026 nach „EM 2026“ sucht, sucht nach einem Turnier, das so nicht stattfindet. Wettbar sind in dieser Phase die Qualifikationsspiele.

Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder sind alle Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV verzeichnet. Wer dort nicht steht, hat keine deutsche Erlaubnis – unabhängig von Lizenzen aus Malta, Curaçao oder Anjouan. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 führt 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis. Wer auf der Whitelist steht, ist lizenziert und an OASIS sowie LUGAS angeschlossen.

Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote?

Eine Wette zu Quote 2,50 mit 20 € Einsatz bringt 50 € Auszahlung bei einem Erfolg, also 30 € Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten: Drei Tipps zu 1,80, 2,20 und 1,90 ergeben eine Kombiquote von etwa 7,52; 20 € Einsatz werden zu rund 150 € Auszahlung, sofern alle drei Tipps zutreffen. Eine Wettsteuer von 5,03 % kann den Gewinn weiter schmälern, sofern der Anbieter sie an den Kunden weitergibt.

Welche Live-Wetten sind während der EM in Deutschland erlaubt?

Während eines laufenden Fußballspiels sind Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 GlüStV nur auf das Endergebnis und das nächste Tor erlaubt. Wetten auf die nächste Ecke, den nächsten Einwurf oder den nächsten Kartenspieler sind nicht zulässig. Auch Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis sind ausgeschlossen; nur „nächster Satz“ ist im Live-Markt zulässig. Cash-out ist eine freiwillige Funktion des Anbieters und unterliegt keiner gesetzlichen Regelung.

Wie wirken sich das 1.000-€-Limit und OASIS auf die EM aus?

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt übergreifend über alle Anbieter hinweg, die an LUGAS angeschlossen sind. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung frühestens nach sieben Tagen und nur mit wirtschaftlichem Nachweis. OASIS sperrt übergreifend: Wer sich selbst sperrt, kann sich nicht bei einem anderen Whitelist-Anbieter anmelden, um die Sperre zu umgehen. Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt drei Monate, wenn eine Frist angegeben ist, sonst ein Jahr. Offshore-Anbieter sind an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen.

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